Die Braker lieben ihre Stadt - und damit auch ihre an sich eher triste Flutmauer. Die ist inzwischen allerdings alles andere als öd und grau: Dafür sorgt seit drei Wochen der bekannte Leipziger Künstler Michael Fischer-Art. Mit Farbe und Pinsel, einem kleinen Team und jeder Menge kreativer Ideen wird hier so manche ortstypische Besonderheit verewigt. „Damit man auch viele Jahre etwas davon hat, kommt nach Fertigstellung des 1,30 Meter hohen und 150 Meter langen Wandgemäldes eine spezielle Schutzschicht drauf“, erzählt Bürgermeister Michael Kurz. Ermöglicht wird das Projekt durch die Unterstützung der Regionalen Stiftung der LzO, der Stiftung Windpark Golzwarderwurp und der Bürgerstiftung Wesermarsch.
Buntes Fest für die ganze Familie
An diesem Wochenende (8. und 9. August) nun solle das fast fertige Werk gefeiert werden. Wer sich bislang noch kein Bild davon machen konnte, hat heute und morgen eine hervorragende Gelegenheit dazu: Jeweils von 11 bis 16 Uhr lädt die Stadt Brake zum Deichkunst-Festival ein. Während Michael Fischer-Art seine Arbeit live fortsetzt, erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Mitmachaktionen. „Das Wochenende richtet sich an Menschen jeden Alters und zeigt eindrucksvoll, dass Kunst verbindet, zum Mitmachen einlädt und öffentliche Räume lebendig macht“, so das Orga-Team des Fachbereichs 10 der Stadt Brake mit Alex Geisel, Nadine Reck und Lisa Schlesies-Janssen.



Hier einige Highlights:
- Offenes Atelier mit dem Künstler
- Graffiti-Mitmachstation der Freestyle Family Oldenburg
- Kreative Workshops des KunstNetzwerks Wesermarsch
- Kettensägenschnitzen mit dem Braker Künstler Klemens Barenbrügge
- Live-Musik mit Mirja Bagley und den Harrier Hafensängern
- Für das leibliche Wohl sorgt der Harrier Hof direkt an der Deichmauer
Nicht nur für die Braker
Natürlich sind die Einwohner Brakes stolz auf das farbenfrohe Gemälde direkt am Wasser. Doch auch Touristen und die Menschen auf vorbeifahrenden Schiffen sind begeistert von den leuchtenden Farben und großformatigen Motiven wie die Guntsiet, das Fischerhaus, die Wappen Brakes und der Partnerstädte Partnerstädte Zwiesel (Bayern), Darlowo (Polen), Schazk (Ukraine) oder spontane Inspirationen durch eindrucksvolle Begegnungen. Immerhin sind diese schon von weitem gut zu erkennen. Ein Halt lohnt sich zu jeder Zeit - das gilt auch für die Durchreisenden auf dem Weserradweg, der direkt an der Kaimauer verläuft.
Bjarne Mädel und der Vatikan
Und wie kam es nun zu dieser außergewöhnlichen Aktion? Mit einem Künstler, der in seiner bisherigen Schaffenszeit etwa 200 Bauwerken ein neues Gesicht verliehen hat? Tatsächlich ergriff Brakes Bürgermeister Michael Kurz während einer zufälligen Begegnung im Vatikan die Gelegenheit beim Schopfe. Schon lange nämlich hatte die Stadt Brake die Vision einer ansprechenderen Mauer. Befeuert wurde diese noch durch Bjarne Mädels Film „Sörensen hat Angst“, in dem ihre Tristesse eine Rolle spielte. Kein Wunder, dass Bjarne Mädel nun sogar Schirmherr der Aktion ist.
