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Der erste eigene Reifenkauf

Fahranfänger, die das erste Mal neue Reifen für ihr Auto kaufen, sollten sich in einer Fachwerkstatt beraten lassen BILD: xxx/AdobeStock/Michelin

Reifengröße, Tragfähigkeit, EU-Reifenlabel, Nasshaftung, Luftdruck und Sicherheit als wichtigste Kriterien für das erste Auto

Wer gerade erst seine Fahrprüfung bestanden hat, denkt beim Auto oft zuerst an Anschaffungspreis, Versicherung, Verbrauch oder Smartphone-Anbindung. Die Reifen stehen selten oben auf der Liste. Dabei entscheidet kaum ein anderes Bauteil so unmittelbar darüber, wie sicher ein Auto lenkt, bremst und beschleunigt. Die beste Assistenztechnik hilft wenig, wenn die Verbindung zur Straße nicht stimmt.

Reifen sind Verschleißteile mit vielen Aufgaben. Sie müssen das Fahrzeuggewicht tragen, Seitenkräfte in Kurven aufnehmen, bei Nässe Wasser verdrängen und beim Bremsen in Sekundenbruchteilen Grip aufbauen. Für Fahranfänger ist das besonders wichtig, weil ihnen in kritischen Situationen oft noch die Routine fehlt. Ein optimal passender Reifen kann Fehler nicht ungeschehen machen, aber er verschafft Reserven.

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„Ein Reifen sollte nicht allein nach Optik oder Preis ausgewählt werden“, erklärt Armin Kistner, Technikexperte bei Michelin. „,Entscheidend ist, dass Dimension, Tragfähigkeit und Leistungsprofil zum Fahrzeug und zur Nutzung passen.“

Der erste Blick gilt den Fahrzeugpapieren. In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen unter den Punkten 15.1 und 15.2 die eingetragenen Reifengrößen. Weitere erlaubte Dimensionen können im CoC-Dokument des Fahrzeugs aufgeführt sein. Montiert werden dürfen nur Reifen, die zu diesen Vorgaben passen. Wer sich andere Pneus wünscht, sollte mit einem Reifenprofi die Möglichkeiten besprechen.

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Ist die zulässige Größe geklärt, kommt es auf die Fahreigenschaften an. Eine wichtige Orientierung bietet das EU-Reifenlabel. Es informiert unter anderem über Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externes Rollgeräusch. Vor allem die Nasshaftung verdient Aufmerksamkeit, denn auf nasser Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg, ein schwacher Reifen macht daraus schnell ein Sicherheitsrisiko. Der günstigste Reifen ist deshalb nicht automatisch der wirtschaftlichste, wenn er schneller verschleißt, lauter abrollt oder beim Bremsen schlechter abschneidet.

Wichtig: Mit dem Kauf der Reifen ist es nicht getan. Der Luftdruck muss regelmäßig kontrolliert werden, am besten bei kalten Reifen. Zu wenig Druck erhöht den Verschleiß, verschlechtert das Fahrverhalten und kann den Verbrauch steigen lassen.

Wer als Fahranfänger mit einem Auto in den Straßenverkehr startet, sollte sicherstellen, dass Größe, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex der Reifen zum Auto passen. Danach zählen Fahrprofil, Sicherheit bei Nässe, Komfort und Kosten über die gesamte Nutzungsdauer. Wer diese Reihenfolge beachtet, entscheidet nicht nur vernünftiger, sondern fährt auch souveräner.


E-Auto: Reifenwahl und Reichweite

Warum Reifen bei Elektrofahrzeugen eine Schlüsselrolle spielen

Die Wahl der Reifen wirkt sich auf die Reichweite eines E-Autos aus. BILD: AdobeStock_standret/Michelin
Die Wahl der Reifen wirkt sich auf die Reichweite eines E-Autos aus. BILD: AdobeStock_standret/Michelin

Wer ein Elektroauto fährt, kennt den prüfenden Blick auf den Ladezustand und die Reichweitenanzeige. Vor längeren Strecken wird genauer geplant, bei Kälte vorsichtiger kalkuliert und unterwegs öfter geprüft, ob die nächste Lademöglichkeit bequem erreichbar ist. Neben dem eigenen Fahrverhalten stehen dabei Batteriegröße, Außentemperatur, Tempo oder Heizung im Mittelpunkt.

Ein wichtiger Faktor wird jedoch leicht übersehen: die Reifen. Sie haben großen Einfluss darauf, wie effizient ein Fahrzeug seine Energie nutzt. Das hat physikalische Gründe: Beim Abrollen verformt sich jeder Reifen. „Das ist der sogenannte Rollwiderstand“, erklärt Armin Kistner, Technikexperte bei Michelin. „Diese Verformung erfordert zusätzliche Energie, um den Reifen am Rollen zu halten. Je geringer der Rollwiderstand, desto weniger Strom wird für dieselbe Strecke benötigt. Der Unterschied wird bei einem E-Auto im Alltag meist deutlicher wahrgenommen als beim Verbrenner.“

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Reifen mit dem niedrigsten Rollwiderstand automatisch die beste Wahl ist. Ein guter E-Auto-Reifen muss mehrere Eigenschaften gleichzeitig beherrschen. Er soll effizient abrollen, bei Nässe zuverlässig bremsen, das Fahrzeuggewicht tragen, beim Beschleunigen stabil bleiben und möglichst leise laufen. Wer nur auf Reichweite achtet und Nasshaftung, Tragfähigkeit oder Fahrstabilität vernachlässigt, spart an der falschen Stelle.

Wichtig ist immer auch der Blick in die Fahrzeugunterlagen. Reifengröße, Lastindex und Geschwindigkeitsindex müssen zu den Vorgaben des Herstellers passen. Bei schweren Elektroautos können zudem verstärkte Reifen oder HL-Reifen vorgeschrieben beziehungsweise sinnvoll sein.

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Eine wichtige Rolle spielt der richtige Luftdruck. Ist er zu niedrig, verformt sich der Reifen stärker, der Rollwiderstand steigt und der Verschleiß nimmt zu. Das kostet Energie und kann zugleich das Fahrverhalten verschlechtern. Zu hoher Druck ist allerdings ebenfalls keine Lösung, weil Komfort, Aufstandsfläche und gleichmäßiger Abrieb leiden können.

Hinzu kommt der Zustand der Räder. Unregelmäßiger Abrieb, eine verstellte Achsgeometrie oder schlecht ausgewuchtete Räder können die Effizienz spürbar beeinträchtigen. Wer nach einem Bordsteinkontakt Vibrationen bemerkt oder feststellt, dass ein Reifen einseitig abläuft, sollte das prüfen lassen. Für die Praxis bedeutet das: Pflege und Kontrolle der Reifen wirken sich auf die Reichweite aus. Wer zum Fahrzeug passende Reifen wählt, den Luftdruck regelmäßig prüft und auf gleichmäßigen Verschleiß achtet, nutzt die vorhandene Energie besser und ist sicherer unterwegs. TXN