Es besteht großer Bedarf an neuen Wohnungen, die Versiegelung nimmt in Folge zu. Versiegelte Flächen speichern Wärme und fehlendes Grün verhindert die Abkühlung. Trotzdem können Bauherren und Hauseigentümer für die Versickerung von Regenwasser – auch nachträglich – eigenverantwortlich Klimaschutzmaßnahmen ergreifen.
Die Dachbegrünung ist laut Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) eine gute Möglichkeit, um Niederschlagswasser zu speichern und die Kanalisation zu entlasten. Außerdem bieten die Pflanzen zusätzlichen Raum für den Erhalt der Artenvielfalt. Neben dem Regenwasserrückhalt verbessert die Begrünung beispielsweise die Luftqualität, kühlt durch Verschattung und Verdunstung, reduziert den Lärm und wertet das Gebäude auf.
Gute Statik ist erforderlich
Um den entsprechenden Regenwasserrückhalt zu ermöglichen, braucht es eine gute Statik. Eine professionelle Überprüfung stellt sicher, dass das Dach dem Gewicht der Pflanzen, Substrate und des Wassers standhält. Schließlich kann so ein Quadratmeter Gründach laut Verbraucherzentrale NRW bis zu 180 Kilogramm schwer sein, wenn er denn mit Wasser vollgesogen ist.
Bei kleineren Nichtwohngebäuden in Fertigbauweise wie Fertiggaragen, Gartenhäuschen oder Carports findet man Informationen zur maximalen Dachlast in den Herstellerangaben. Ab einer Dachneigung von zehn Grad verhindert eine sogenannte Schubsicherung das Abrutschen der Vegetation. Im Übrigen sollte ein Dachbegrünungsspezialist hinzugezogen werden. Dachfach- und Gartenbaubetriebe aus Ihrer Nähe können zu den Möglichkeiten beraten.



Aufbau vom Spezialisten
Der Aufbau eines Gründachs besteht aus einer Abdichtung ähnlich einer Teichfolie, die verhindern soll, dass Wurzeln in die Konstruktion wachsen und so zu Undichtigkeiten führen. Darüber kommen eine Schutzlage, eine Dränageschicht und ein Filtervlies.
Damit überschüssiges Regenwasser ablaufen kann, rät der Bundesverband GebäudeGrün zu einer ausreichend tiefen Dränageschicht und zusätzlich genügend Dachabläufen. Das Substrat und schließlich die Pflanzen bilden den Abschluss. Ein Substrat für extensive Begrünungen besteht meist aus Blähschiefer, Blähton und Bims. Bei der jährlichen Wartung sollte kontrolliert werden, ob die Dachabläufe frei liegen. Ein lückenhafter Pflanzenbestand kann bei Bedarf ergänzt oder Fremdpflanzen entfernt werden.
Mit Solardach kombinieren
Auf Flachdächern lassen sich Begrünung und Solaranlagen häufig sogar kombinieren. Dies erfordert ein besonderes Augenmerk auf die Frage der Statik.
Speziell für Solargründächer bietet die Verbraucherzentrale NRW auf der Webseite www.klimakoffer.nrw/mehrgruen-solargruendach eine ausführliche Pflanzliste zum Download. Hier finden sich nicht nur Pflanzen für unterschiedliche Lichtverhältnisse, sondern auch mit verschiedenen Blühzeiten und Blütenfarben – allesamt mit einer recht geringen Wuchshöhe.
Von Swantje Harms
