Ratgeber: Viele Menschen wissen wenig über Abläufe - Zweite Kontrolle sorgt für Vertrauen
Die Feuerbestattung ist heute die häufigste Bestattungsform in Deutschland. Dennoch sind viele Menschen verunsichert, wenn sie sich erstmals damit auseinandersetzen. Oft geschieht dies aus Unkenntnis über Abläufe oder aus emotionalen Gründen. Doch mit einem Blick hinter die Kulissen kann Transparenz geschaffen und viel Sorge genommen werden.
Sicherheit und Würde im Mittelpunkt
Auch bei einer Feuerbestattung stehen Würde, Sorgfalt und Sicherheit an erster Stelle. Von der Überführung bis zur Einäscherung sind alle Schritte klar geregelt. „Für Angehörige ist es oft beruhigend zu wissen, dass nichts dem Zufall überlassen wird“, erklärt Judith Könsgen, Geschäftsführerin des Rhein-Taunus-Krematoriums. „Die Abläufe werden streng kontrolliert, dokumentiert und sind auf größtmögliche Sicherheit ausgelegt.“
Zweifelsfreie Feststellung des Todes
Eine der häufigsten Fragen betrifft die Feststellung des Todes vor der Einäscherung. Hier besteht ein wichtiger Unterschied zur Erdbestattung: Bei der Feuerbestattung ist eine zweite Leichenschau gesetzlich vorgeschrieben. Diese erfolgt unabhängig von der ersten ärztlichen Todesfeststellung und muss abgeschlossen sein, bevor die Einäscherung überhaupt stattfinden darf. „Diese zusätzliche Kontrolle gibt vielen Angehörigen Sicherheit“, so Könsgen. „,Sie wissen, dass der Tod noch einmal sorgfältig überprüft wurde.“
Abschied im Krematorium
Oft wird gefragt, ob Angehörige bei der Feuerbestattung anwesend sein dürfen. In den meisten Krematorien ist dies möglich: Familien können bei der Einleitung, also der Übergabe des Sarges in die Anlage, dabei sein und sich bewusst verabschieden. „Für manche ist dieser Moment ein wichtiger Teil der Trauerarbeit“, sagt Könsgen. „Er kann helfen, den Abschied greifbarer zu machen.“
Vielfalt der Beisetzungsformen
Neben der Sicherheit schätzen viele Menschen auch die Vielfalt, die eine Feuerbestattung bietet. Sie eröffnet zahlreiche neue Beisetzungsformen von der klassischen Urnenbeisetzung über Natur- oder Seebestattungen bis hin zu individuell gestalteten Erinnerungsorten. Diese Gestaltungsfreiheit ist, neben den oft geringeren Kosten, ein wesentlicher Grund für die zunehmende Entscheidung zugunsten der Feuerbestattung. Weitere Informationen und Antworten auf häufige Fragen finden Interessierte im Ratgeber der Deutschen Friedhofsgesellschaft (www.deutsche-friedhofsgesellschaft.de). „Je besser Menschen informiert sind, desto mehr treten Sorgen in den Hintergrund“, fasst Könsgen zusammen. „Deshalb bieten wir bei uns auch regelmäßig Führungen an.“ (Quelle: akz-o)

Am Ende bitte mit Konfetti
Abschied: Bestattungsvorsorge vermindert die Last für Angehörige
Was hinterlasse ich der Welt? Diese Frage stellt sich vielleicht beim Spaziergang über einen Friedhof, beim Anblick eines Grabes, um das sich niemand mehr kümmert. Möchte ich, dass sich meine Angehörigen später um mein Grab kümmern müssen? Möchte ich auf einem klassischen Friedhof oder lieber in einem Wald begraben werden? Diese Fragen kann man sich zunächst selbst stellen und anschließend in einer Bestattungsvorsorge festhalten.
Für die Angehörigen
Es liegt in der Natur des Menschen, sich ungern mit Dingen zu befassen, die nach dem eigenen Leben passieren. Doch unser Abschied betrifft nicht nur uns, sondern vor allem unsere Familie und Freunde, die bleiben. Was hinterlasse ich für Umstände, wenn ich sterbe? Das Lebensende ist für die Angehörigen oft der Anfang vieler organisatorischer Mühen. Die Hinterbliebenen haben den Wunsch, dem Verstorbenen gerecht zu werden. Aber was hätte sie oder er sich gewünscht? Einen Sarg oder eine Urne? Ein bestimmtes Lied, einen besonderen Schriftzug oder vielleicht doch ein letztes Fest mit Konfetti?
Immer mehr Menschen möchten ihren Liebsten diese Entscheidungen abnehmen. Die steigende Zahl an Bestattungsvorsorgen zeigt, dass Verantwortung und Fürsorge auch über das eigene Leben hinausgehen. Eine durchdachte Bestattungsvorsorge ist eine letzte Geste, die wir unseren Angehörigen schenken.

Mit Blick auf die Umwelt
Doch auch über den eigenen Kreis hinaus hinterlassen wir Spuren. Immer mehr Menschen wünschen sich eine Bestattung, die die Umwelt nicht belastet. Biologisch abbaubare Urnen aus Holz oder Kohle sind gefragt, ebenso pflegefreie Grabstellen auf Friedhöfen oder in Bestattungswäldern. Wie bei bewusster Ernährung oder nachhaltigem Konsum wollen viele auch im Tod Verantwortung übernehmen und ihre letzte Reise umweltfreundlich gestalten. Das Wissen um den Tod kann so auch eine Chance sein, bewusst über die eigene Zukunft hinauszublicken.
Wer sich über die verschiedenen Möglichkeiten einer Bestattungsvorsorge oder umweltbewussten Bestattung informieren möchte, findet auf www.bestatter.de hilfreiche Informationen. Über die integrierte Bestatter-Suche lässt sich zudem ein Bestatter vor Ort finden, der eine persönliche Beratung anbietet.
Am Ende also mit Konfetti? Vielleicht aus echten, biologisch abbaubaren Blütenblättern? Was wir hinterlassen wollen, darauf hat jeder seine eigene Antwort. Nur eines ist sicher: Wer sich zu Lebzeiten Gedanken über seine eigene Bestattung macht, macht es seinen Verwandten und Bekannten leichter. (Quelle: akz-o)
Den Verlust eines Menschen individuell verarbeiten
Bestattungskultur: Bei der Trauerbewältigung gibt es heute ganz neue Optionen
Die Bestattungskultur erlebt einen tiefgreifenden Wandel, der durch individuelle Bedürfnisse und Ansichten über den Tod geprägt ist. Zur ganz persönlichen Trauerbewältigung gehören inzwischen viele alternative Wege, um den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Mit Erinnerungsdiamanten besteht heute sogar die Möglichkeit, den Verstorbenen oder die Verstorbene über den Tod hinaus nicht nur im Herzen, sondern auch physisch bei sich zu tragen.

Erinnerungsdiamanten aus Haaren
Solche Erinnerungsdiamanten sind ein noch ungewöhnlicher, aber rechtlich zugelassener Bereich der Bestattungskultur. Dabei wird ein Teil der Asche des oder der Verstorbenen im Ausland zu einem Rohdiamanten gepresst und auf Wunsch geschliffen, die restliche Asche kann in der Urne beigesetzt werden. Inzwischen ist die Asche aber nicht mehr die einzige Kohlenstoffquelle, die für die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten genutzt werden kann. Die Alternative sind Erinnerungsdiamanten aus Haaren. Auf sie kann man zurückgreifen, wenn Erinnerungsobjekte aus Kremationsasche aus sozialen, rechtlichen oder familiären Gründen nicht möglich oder erwünscht sind. Dieses Verfahren wird neben der Herstellung aus Kremationsasche etwa vom Schweizer Unternehmen Algordanza durchgeführt, das seit 2004 Erinnerungsdiamanten anbietet.

Herstellungsprozess in der Schweiz
Wenn man sich für einen Erinnerungsdiamanten aus Haaren entscheidet, kann die gesamte Asche in einer Urne beigesetzt werden. Der Herstellungsprozess der Diamanten aus Haaren findet in der Schweiz statt. Unter www.algordanza.com gibt es alle weiteren Informationen. Wer an einem Erinnerungsdiamanten aus Haaren interessiert ist, wendet sich in Deutschland an ein Bestattungsunternehmen seiner Wahl. Für die Produktion eines oder mehrerer Erinnerungsdiamanten werden nur fünf bis zehn Gramm Haar benötigt. In einem ersten Schritt wird Kohlenstoff isoliert, gereinigt und aufgearbeitet. Im Anschluss wächst dieser unter hohem Druck und hoher Temperatur zu einem Erinnerungsdiamanten heran. Ein Rohdiamant kann auf Wunsch mit einer Lasergravur versehen werden. (Quelle: djd)
Wenn Erinnern zur Kraftquelle wird
Trauer: Über Abschied, Vorsorge und die heilende Macht der Nähe
Der Abschied von einem geliebten Menschen verändert unser Leben - oft tiefer, als wir es uns vorstellen können. In Zeiten der Trauer suchen wir Halt, nach einem Punkt, an dem wir atmen können. Wir fragen uns: Wie lässt sich der Schmerz tragen, ohne daran zu zerbrechen? Und wie können Erinnern und Vorsorge Trost schenken, wenn Worte kaum noch tragen?
Ein behutsamer Blick auf diese Themen zeigt, dass sich inmitten des Verlusts oft auch etwas still Heilsames finden lässt - Nähe, Verbundenheit und manchmal sogar neue Stärke.

Die Kraft des Erinnerns
Das Gedenken an Verstorbene ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Es hält die Verbindung zu der geliebten Person lebendig - nicht nur im Kopf, sondern im Herzen. Rituale und Erinnerungsorte geben Halt, wenn das Leben plötzlich aus dem Gleichgewicht gerät.
Eine gemeinsame Gedenkfeier kann so zu einem Moment des Lichtes werden: Geschichten werden geteilt, Fotos betrachtet, das Leben des Verstorbenen blitzt noch einmal auf und in der Trauer mischt sich leise Dankbarkeit.
Auch ganz persönliche Erinnerungsorte können Trost spenden: eine Kerze, die man anzündet, ein stiller Platz im Garten oder jener Spazierweg, den man früher gemeinsam gegangen ist. Solche Orte werden zu Ankerpunkten im Alltag - sie schaffen Nähe, auch über den Tod hinaus.
Für manche öffnet sich der Weg über die Kreativität. Einen Brief schreiben, ein Erinnerungsbuch gestalten, malen, basteln, etwas pflanzen - das sind Gesten, die Liebe sichtbar machen. In diesen Momenten entsteht nicht nur etwas Neues, sondern auch ein Raum, in dem Schmerz sich verwandeln darf.

Vorsorge: Ein stilles Geschenk an die Zurückbleibenden
Über den eigenen Tod zu sprechen fällt schwer. Doch wer sich früh Gedanken macht, entlastet nicht nur sich selbst, sondern auch die, die eines Tages zurückbleiben. Vorsorge ist ein Ausdruck von Verantwortung – und vielleicht auch von Liebe.
Ob es um Bestattungswünsche, einen Vorsorgevertrag oder klare Regelungen für den Nachlass geht: Solche Entscheidungen nehmen Angehörigen in einer ohnehin schweren Zeit viele belastende Fragen ab.
Ein Testament, verlässliche Dokumente, ein offenes Gespräch - all das schafft Klarheit und beugt Missverständnissen vor.
Diese Gespräche sind selten leicht, aber sie schenken Frieden - weil sie das Unsagbare sagbar machen.
Die heilende Kraft der Gemeinschaft
Trauer braucht Raumund Menschen, die diesen Raum teilen. Denn kein Mensch sollte durch den Verlust allein gehen müssen.
Ob in der Familie, im Freundeskreis oder in einer Trauergruppe: Gemeinschaft trägt. Der Austausch mit anderen, die Ähnliches erlebt haben, tröstet und macht spürbar - ich bin nicht allein. Auch professionelle Begleitung kann helfen, Gefühle in Worte zu fassen, ohne dass sie bewertet werden.
Der Weg durch die Trauer wird dadurch nicht automatisch leichter. Aber geteilt wird er: verständlicher, begreifbarer - und oft ein Stückchen heller.
Von Lina Lütje
Wenn das Leben still wird
Trauer: Wie Verlust den Blick auf das Wesentliche lenkt
Kaum ein Thema berührt uns so tief - und wird gleichzeitig so oft verschwiegen - wie der Tod. Er betrifft uns alle, und doch meiden wir das Gespräch über ihn, als könnten wir ihn dadurch auf Abstand halten. Wir fürchten seinen Schatten, kleiden ihn in Schweigen oder Ehrfurcht, weil er das Ende unseres körperlichen Daseins markiert. Und trotzdem: Gerade diese Endlichkeit erinnert uns daran, wie kostbar jeder Moment ist - und wie lebendig wir sein können, wenn wir das Vergängliche annehmen.

Abschied
Der Verlust eines geliebten Menschen gehört zu den schmerzhaftesten Erfahrungen überhaupt. Er hinterlässt eine Leere, die niemand füllen kann. Und doch steckt in ihr - verborgen - eine tiefe Erkenntnis. Denn in der Trauer begegnen wir nicht nur dem Schmerz, sondern auch dem, was unser Leben eigentlich trägt: Liebe, Erinnerung, Verbundenheit.
Der Abschied konfrontiert uns mit unserer eigenen Vergänglichkeit. Er zwingt uns, hinzuschauen. Und manchmal lehrt uns genau dieser Blick, was wirklich zählt - die Beziehungen, die Nähe, die gemeinsam verbrachte Zeit, die Spuren, die wir im Leben anderer hinterlassen.
Die Zeit dazwischen
Trauer ist kein geradliniger Prozess, sondern ein individueller Weg. Manche finden Halt in Ritualen, andere im Gespräch, im Glauben oder im Schreiben. Wieder andere brauchen Rückzug und Stille.
Es gibt keinen richtigen oder falschen Umgang mit Verlust - nur den eigenen. Entscheidend ist, dem Schmerz Raum zu geben und sich Zeit zu lassen, bis sich das Leben wieder neu ordnet.
Wer sich der Endlichkeit stellt, sieht das Leben plötzlich klarer. Entscheidungen wirken schärfer umrissen: Was ist mir wirklich wichtig? Welche Werte tragen mich? Wofür möchte ich da sein? So wird die Auseinandersetzung mit dem Tod paradoxerweise zu einer Hinwendung zum Leben - intensiver, bewusster, achtsamer.

Was bleibt
Der Tod macht Angst. Doch in seiner Unausweichlichkeit liegt auch eine stille Weisheit. Er erinnert uns, das Leben nicht als selbstverständlich hinzunehmen, Beziehungen zu pflegen, den Augenblick zu schmecken.
Wer den Tod als Teil des Lebens akzeptiert, verliert ein Stück seiner Furchtund gewinnt eine tiefere Dankbarkeit.
Vielleicht ist das seine größte Lehre: dass gerade im Wissen um das Ende die Kraft liegt, das Leben in all seinen Facetten zu lieben.
Von Lina Lütje
Wenn Mama oder Papa plötzlich nicht mehr nach Hause kommen
Lebensversicherung: Damit Kinder auch im Ernstfall gut versorgt sind
Ein kurzer Moment - und alles ist plötzlich anders. Manchmal dauert es nur einen Wimpernschlag, und das Leben einer ganzen Familie steht Kopf. Der Tod von Mama oder Papa ist ein schwerer Verlust, besonders emotional. Doch welche Probleme noch auf die Hinterbliebenen zukommen, verdrängen viele. Denn es fehlt nicht nur ein geliebter Mensch, sondern auch sein Beitrag zum Haushaltseinkommen und die Zeit, die sie oder er für die Betreuung der Kinder aufgebracht hat.
Frühzeitige Vorsorge
Was ist, wenn der Familie nach einem Todesfall das Haupteinkommen fehlt? Oder der verbliebene Elternteil weniger oder gar nicht mehr arbeiten kann, weil er sich stärker um die Kinderbetreuung kümmern muss? Wer zahlt jetzt die Raten fürs Eigenheim oder die Ausbildung der Kinder? Viele Menschen unterschätzen, wie schnell der gewohnte Lebensstandard der Familie nicht mehr zu halten ist.
„Gerade mit kleinen Kindern wird der Tod eines Elternteils schnell zu einer finanziellen Zerreißprobe“, weiß Dietmar Diegel, Vorsorgeexperte bei DELA Lebensversicherungen. Oft reichen bestehende Rücklagen dann nicht aus. Umso wichtiger ist es, die finanzielle Vorsorge bewusst und rechtzeitig anzugehen. „Eine gute Möglichkeit ist eine Risikolebensversicherung, die im Ernstfall dafür sorgt, dass die Familie ihre laufenden finanziellen Verpflichtungen erfüllen kann und auch das Zuhause und die Ausbildung der Kinder gesichert sind.“ Das gilt auch im Falle einer schweren Krankheit oder Pflegebedürftigkeit. Diese bringen oft noch ganz andere Herausforderungen mit sich und können ebenfalls innerhalb einer Risikolebensversicherung abgesichert werden.
„Nicht zu unterschätzen sind außerdem organisatorische Fragen, die ein Unfall oder Todesfall in der Familie mit sich bringt“, so Dietmar Diegel. Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung ermöglichen es, im Ernstfall wichtige Entscheidungen zu treffen. Ebenso bedeutsam ist die oft vernachlässigte Sorgerechtsverfügung. Viele Eltern gehen davon aus, dass Großeltern oder Paten automatisch das Sorgerecht erhalten, wenn beiden etwas zustößt. Doch es entscheidet allein das Familiengericht. „Eine Sorgerechtsverfügung sorgt dafür, dass das Gericht den Wunsch der Eltern berücksichtigt“, rät Dietmar Diegel.

Finanzielle Sicherheit
Viele nützliche Tipps sowie wichtige Informationen und die Möglichkeit zur finanziellen Absicherung und organisatorischen Vorsorge finden sich etwa auf www.dela.de. Zu den besonderen Services über den Versicherungsschutz hinaus zählen juristisch geprüfte Vorsorgedokumente und hilfreiche Checklisten, die Interessenten kostenfrei anfordern können. (Quelle: djd)
Tierbestattung - wenn das treue Haustier geht
Abschied: Einfühlsame Begleitung für den Abschied von geliebten Tieren
Unsere Haustiere begleiten uns durchs Leben und sind Freunde und Familienmitglieder zugleich. Wenn das Tier stirbt, ist das nie leicht. Viele Tierbesitzer möchten ihrem Tier einen würdevollen Abschied geben, der dem geliebten Haustier gerecht wird und Trost spendet. Professionelle Tierbestatter können dann die ersten Ansprechpartner sein.

Berufung Tierbestatter
Sie beraten einfühlsam zu den verschiedenen Möglichkeiten der Bestattung. Oftmals sind die Experten an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Sie nehmen das verstorbene Tier zu Hause oder in der Praxis entgegen, transportieren es in speziellen Fahrzeugen zum Krematorium oder Friedhof und kümmern sich um Formalitäten. „Der Blick gilt nicht nur dem Ablauf, sondern vor allem den emotionalen Bedürfnissen der Hinterbliebenen. Werden die Tiere am Ende ihres Lebens eingeschläfert, plagen sich viele Besitzer mit Zweifeln herum und hinterfragen ihre Entscheidung beim Tierarzt. Dann nehmen wir uns besonders viel Zeit und erfühlen, was gebraucht wird“, erklärt Sven Brüning, Vorsitzender des Bundesverbandes der Tierbestatter.
Welche Bestattungsformen gibt es?
Heute stehen verschiedene Bestattungsformen zur Verfügung - von der Einäscherung im Tierkrematorium über die Beisetzung auf einem Tierfriedhof bis hin zur Naturbestattung oder der Erinnerung in Form eines Andenkenstücks aus Asche. Auch die Beisetzung des Tieres im eigenen Garten ist unter Wahrung bestimmter Richtlinien erlaubt. Tierbestatter bieten eine einfühlsame Beratung, um gemeinsam mit den Tierhaltern die passende Abschiedsform zu finden. Sie erklären die einzelnen Möglichkeiten und sorgen für die Umsetzung.

Bundesverband vermittelt Tierbestatter
Der Bundesverband der Tierbestatter e.V. (BVT) steht mit einer Übersicht von erfahrenen Unternehmen und unabhängigen Informationen rund um Bestattung, Kremation sowie Vorsorgemöglichkeiten zu Verfügung. Auf www.tierbestatter-bundesverband.de ist eine unverbindliche Mitgliedersuche möglich. Die dazugehörige Deutschlandkarte zeigt kompetente Unternehmen in unmittelbarer Nähe. Damit im Trauermoment nicht alles spontan entschieden werden muss, ist es hilfreich sich früh und in Ruhe zu informieren. (Quelle: akz-o)
Wenn die Stille Trost spendet
Loslassen: Die Natur als letzter Zufluchtsort des Lebens
Immer mehr Menschen wünschen sich, dass ihr letzter Weg hinaus in die Natur führt - dorthin, wo Stille, Licht und Weite trösten. Die Vorstellung, eins zu werden mit Erde, Wasser oder Wind, ist für viele ein beruhigender Gedanke. Sie symbolisiert das, was wir tief im Innern spüren: dass Leben und Vergänglichkeit untrennbar zusammengehören.
Der Trend zur Naturbestattung wächst stetig - und das aus gutem Grund. Diese Form des Abschieds ermöglicht Nähe zur Natur und schenkt zugleich Freiraum. Wo klassische Grabpflege entfällt, bleibt Platz für das Wesentliche: Erinnerung, Ruhe und Dankbarkeit.
Der bewusste Weg
Wer sich für eine Naturbestattung entscheidet, trifft diese Wahl meist ganz bewusst. Nach der Einäscherung wird die Asche in einer biologisch abbaubaren Urne an einem Ort beigesetzt, der sich harmonisch in die Umgebung fügt - im schattigen Wald, auf weiter See oder auf einer naturbelassenen Wiese.
Jede dieser Formen erzählt ihre eigene Geschichte vom Abschied - und vom Bleiben. Besonders beliebt ist die Waldbestattung. Die Urne wird am Fuß eines Baumes beigesetzt, der über viele Jahre hinweg zum stillen Begleiter wird. Kein Grabstein, kein Blumenschmuck: Nur Blätterrauschen, Vogelstimmen und Lichtspiele zwischen den Ästen.
In sogenannten Friedwäldern oder Ruheforsten übernimmt die Natur die Pflege. Ein schlichtes Namensschild am Baum erinnert an die oder den Verstorbenen. So entsteht ein Ort der Erinnerung, der sich mit den Jahreszeiten wandelt - lebendig und ruhig zugleich.

Abschied auf dem Meer
Ganz anders, doch ebenso berührend ist die Seebestattung. Auf offener See - etwa in der Nord-oder Ostsee - wird die Asche in einer speziellen Urne dem Wasser übergeben. Für viele ist dieser Moment von intensiver Klarheit: Kein fester Gedenkort, kein Grab. Nur das Meer, das alles trägt, was war und bleibt.
Die Grenzen zwischen Himmel und Wasser verschwimmen, und mit ihnen oft auch das Gefühl der Trennung.
Auch andere Formen des Abschieds gewinnen an Bedeutung. In der Schweiz etwa ist die Wiesenbestattung verbreitet: Die Asche wird auf einer blühenden Wiese verstreut - ein sanfter Übergang in den Kreislauf des Lebens.
Immer öfter wählen Menschen auch die sogenannte Tree of Life-Bestattung, bei der die Asche unter einem jungen Baum ruht, der im Laufe der Jahre heranwächst. Ein Symbol des Neubeginns, sichtbar und lebendig.
Und in einigen europäischen Ländern ist sogar eine Luftbestattung möglich, bei der die Asche aus der Luft verstreut wird - ein Abschied, so frei wie der Wind. In Deutschland hingegen ist diese Form bislang nicht erlaubt.

Wenn Natur tröstet
Viele Angehörige empfinden die Naturbestattung als befreiend. Keine Wege, die gepflegt werden müssen, keine Last der Routine. Stattdessen entsteht Raum für stille Besuche, für Erinnerungen, die sich im Jahreslauf verändern.
Trost finden viele in dem Gedanken, dass der geliebte Mensch an einem Ort ruht, der sich ständig erneuert - im Einklang mit allem, was lebt.
Von Lina Lütje
