Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Der letzte Fußabdruck: Umweltbewusste Optionen für grüne Bestattungen

Auch eine biodiverse Grabbepflanzung ist Bestandteil einer nachhaltigen Bestattung. BILD: BDB

Angehörige können am Lebensende auf emissionsarme Feuerbestattungen, Urnen aus biologisch abbaubaren Materialien sowie biodiverse Grabbepflanzungen setzen.

Der eigene Einfluss auf einen möglichst ökologischen Fußabdruck in der Welt ist für viele ein wichtiger Aspekt ihres Lebens geworden. Auch das Lebensende kann längst umweltbewusst gestaltet werden. Doch worauf sollten Angehörige achten, wenn sie sich eine nachhaltige Bestattung wünschen? Welche Fragen lassen sich vorab mit dem Bestattungsunternehmen klären?

Unternehmen aus der Region

Emissionsarme Feuerbestattung

Das Angebot für umweltbewusste Optionen ist auch im Bestattungswesen längst angekommen. Die erste große Entscheidung: Erdoder Feuerbestattung? Die Kremation in ihrer Umweltfreundlichkeit zu bewerten, ist komplexer als man denkt. Sie ist nicht unbedingt umweltschädlicher als eine Erdbestattung. Durch neue Techniken und nachhaltige Energieträger ist heutzutage auch die Feuerbestattung kaum emissionsbelastet.

Unternehmen aus der Region

Vom Sargholz bis zur Grabbepflanzung

Und auch bei der Beisetzung kommt es aufs Detail an. Urnen aus biologisch abbaubaren Materialien werden immer stärker nachgefragt. Doch auch schon beim Aushub des Grabes sind umweltschonende Maschinen und Methoden ein wichtiger Aspekt. Die Nutzung von Spänen, Heu oder Stroh statt opulenter Sargmatratzen oder aber das Sargholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft sind ebenso entscheidend wie später die biodiverse Grabbepflanzung. Auch auf systemischer Ebene gibt es entscheidende Faktoren: faire Löhne, inklusives, wertschätzendes Arbeitsumfeld und geschultes Personal sind unumgänglich für Nachhaltigkeit.

Biologisch abbaubare Urnen sind ebenfalls ein wichtiger Aspekt einer nachhaltigen Bestattung. BILD: BDB
Biologisch abbaubare Urnen sind ebenfalls ein wichtiger Aspekt einer nachhaltigen Bestattung. BILD: BDB

Netzwerk „Grüne Linie“

Die „Grüne Linie“ ist ein Netzwerk aus Bestatterinnen, Bestattern und Partnerbetrieben, die sich für das Teilen und Verbreiten von Erfahrungen zu nachhaltigen Bestattungspraktiken stark machen und informieren. Sie stellt Kriterien auf, für die sich die Bestattungsinstitute verpflichten und die zur Selbstreflexion der eigenen Praxis anhalten. Doch außerhalb der Branche? Oftmals sind es die Angehörigen, die gezielt nach umweltfreundlichen Optionen fragen – sofern sie wissen, dass sie existieren. Das Bewusstsein für diese Möglichkeiten bei der Bevölkerung zu wecken ist die entscheidendste Maßnahme und die größte Herausforderung. Dabei soll Nachhaltigkeit für die „Grüne Linie“ kein Dogma werden. Eine Bestattung ist für Angehörige ein Weg, um die Trauer zu bewältigen. Wer Abschied am Sarg von der Mutter in ihrer liebsten Polyesterbluse nehmen möchte, wird das auch weiterhin können. Das Wichtigste bleibt, dass Angehörige nachhaltig bei ihrer Trauer begleitet werden.

Unternehmen aus der Region

Begraben im Polyesterkleid, bepflanzt mit heimischem Grün – Nachhaltigkeit ist keine Schwarz-Weiß-Angelegenheit. Das Bestattungswesen ist jedenfalls längst auf dem Weg in die Zukunft.

Mehr Informationen erhalten Sie auf www.bestatter.de/wissen/beerdigung-und-bestattung/nachhaltigebestattung oder beim Bestattungsunternehmen vor Ort.