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nordwest-zeitung

Photovoltaik für unabhängige Stromversorgung

Mit PV-Anlagen lassen sich Energie und Steuern sparen. BILD: HELMA.de/BHW Bausparkasse

Photovaltaik: Neue Regeln für Verkauf von Eigenstrom, Förderung und Notstrom

Für Immobilieneigentümer ist es nach wie vor attraktiv, eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Die Anschaffung und Einspeisung werden nicht mehr so stark subventioniert und gefördert wie einst, die Module sind inzwischen auch günstiger geworden. Der finanzielle Vorteil von privaten PV-Anlagen liegt immer mehr im Eigenverbrauch selbst: Jede selbst genutzte Kilowattstunde (kWh) spart dem Betreiber den Strombezugspreis des Energielieferanten.

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Solarpflicht bei Sanierungen seit 2025 in Niedersachsen

Der Ausbau der Solarenergie gehört zu den Eckpfeilern der Energiewende. In Niedersachsen müssen seit 2025 Dächer auch bei Sanierungen mit Solarmodulen ausgestattet werden. Bei Neubauten gilt das ohnehin. Dächer ab 50 Quadratmetern müssen mindestens zur Hälfte mit Solarmodulen ausgestattet werden. Direkt kontrolliert wird die Solardachpflicht jedoch nicht.

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KfW-Kredite fördern Solarstrom und Speicher

Es gibt aktuell weiterhin zinsgünstige Kredite der KfW-Bank („Erneuerbare Energien - Standard“) für die Anschaffung. Das KfW-Programm 270 fördert u.a. PV-Anlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen sowie Batteriespeicher. Durch das KfW-Programm 442 (Solarstrom für E-Autos) sind Zuschüsse für die private Ladeinfrastruktur mit PV-Anlage & Speicher erhältlich. Es lohnt sich auch, sich zusätzlich nach regionalen oder kommunalen Zuschüssen zu erkundigen. Solartechnik ist von der Mehrwertsteuer befreit. In den meisten Städten und Landkreisen im Nordwesten ist im Internet ein Solardachkataster verfügbar. Dort kann sich der Hauseigentümer informieren, ob sein Dach für Solarenergie geeignet ist.

Notstromfunktionen stärken Eigenversorgung

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Zwar sei die Stromerzeugung mit Solarmodulen deutlich gestiegen, das Ausbautempo der Anlagen aber nicht mehr gewachsen, konstatiert der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mit Sitz in Berlin. Immobilieneigentümer sollten unabhängig von einer Förderung abwägen, auf die eigenständige, unabhängige Stromversorgung zu setzen – auch angesichts bisheriger Stromnetzausfälle. Eine Möglichkeit, sich gegen Stromausfälle zu wappnen, sind Solaranlagen mit Not‑ oder Ersatzstromfunktionen und Batteriespeicher. Ein durchaus wichtiger Aspekt, da beispielsweise auch die Wärmepumpe mit Strom der eigenen Photovoltaik betrieben werden kann.

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Neue Strommodelle für lokal erzeugten Strom

Auch sind neue Strommodelle möglich: Beispielsweise können Vermieter unter bestimmten Voraussetzungen ihren lokal erzeugten Strom auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses an die Bewohner dieses Hauses verkaufen. Während dieser Mieterstrom als Vollversorgung gedacht ist, erlaubt die Neuregelung "Energy Sharing“ ab 1. Juni 2026, nur überschüssigen lokal erzeugten Strom an Nachbarn im eigenen Quartier zu verkaufen.

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Solaranbieter bieten Lösungen für Denkmalschutz

Auch die Spielräume bei der Montage von Solarkollektoren auf denkmalgeschützten Gebäuden wurden erweitert. Solaranbieter lassen sich einiges für Eigentümer einfallen, die den historischen Charakter ihres Wohngebäudes erhalten müssen. Module werden zum Beispiel farblich angepasst oder in Dachpfannen versteckt, wo sie dennoch Sonnenlicht absorbieren.

Gründach kühlt und steigert Stromertrag

Auch braucht es keine Entscheidung mehr zwischen Gründach oder PV-Anlage: Pflanzen und Photovoltaik lassen sich gut miteinander kombinieren. Die Anlage auf einem Gründach zu montieren, hat sogar Vorteile. Wenn sich Anlagen in der Sonne auf bis zu 90 Grad aufheizen, reduziert sich die Stromausbeute. Die Vegetation wirkt kühlend, zudem bindet sie Feinstaub. Der Effekt: Die PV-Module verschmutzen weniger und die Umgebungstemperatur ist niedriger – die Stromerträge fallen höher aus. Sogar die Lebensdauer der Dacheindeckung verlängert sich.

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Wer ein Photovoltaik-Projekt plant, sollte Energieberatende oder qualifizierte Dachdeckerbetriebe hinzuziehen.

Steckersolaranlagen: Einfacher Anschluss, schnelle Amortisation

Für die beliebten Balkonkraftwerke spielt die Förderung zwar keine oder regional eine untergeordnete Rolle. Die Anlagen sind allerdings bei Verbrauchern beliebt, weil sie billig und leicht zu installieren sind und sich relativ schnell amortisieren können – auch für Mieter. Sie sind für die Energiewende zwar unbedeutend, entlasten in kleinem Stil ebenfalls den Endverbraucher. Zumal diese sogenannten Steckersolaranlagen dank der vereinfachten Anschlussmöglichkeit an eine normale Haushaltssteckdose noch lukrativer sind.

Von Swantje Harms