Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Tour de Fries: Mit Rückenwind durch Friesland

Der Neuenburger Urwald lässt den Norden von seiner geheimnisvollen Seite erleben. Bild: Masood Aslami/Unsplash

Die Radroute führt durch Wilhelmshaven, Friesland, Wittmund und das Ammerland und verbindet Küstenlandschaften, historische Orte, Moore, Wälder und Häfen zu einer abwechslungsreichen Reise

Die Tour de Fries ist eine Radreise für alle, die Friesland mit allen Sinnen erleben möchten. Auf rund 280 Kilometern führt sie in sechs erlebnisreichen Etappen durch die Landkreise Wittmund, Friesland und Ammerland – begleitet von Wasser, Geschichte und typisch friesischer Gelassenheit.

Unternehmen aus der Region

Start- und Zielpunkt ist Wilhelmshaven – die maritime Hafenstadt am Jadebusen.

Kaiserliches Flair und Küstenkunst

Rast auf der Tour de Fries: Anhalten, durchatmen, das echte Küstengefühl spüren. Bild: Albert Salim/Unsplash
Rast auf der Tour de Fries: Anhalten, durchatmen, das echte Küstengefühl spüren. Bild: Albert Salim/Unsplash

Schon zu Beginn zeigt Wilhelmshaven, wie vielseitig der Norden ist: kaiserliche Architektur trifft auf Hafenromantik, Marinegeschichte auf moderne Lebensfreude. Entlang des Jadebusens geht es Richtung Sande – vorbei an Deichen, Wasserläufen und grünen Weiten. Der Ems-Jade-Kanal sorgt für entspannte Kilometer, ehe mit Neustadtgödens eines der schönsten historischen Ensembles Frieslands erreicht wird. Das Wasserschloss Gödens und die fünf Kirchen des Ortes sind perfekte Fotomotive – und ein lohnender Platz für die erste Pause.

Über die ursprünglichen Landschaften rund um Zetel rollt man weiter ins Künstlerdorf Dangast. Kleine Galerien, das Wattenmeer vor der Tür und der legendäre Rhabarberkuchen im alten Kurhaus machen den Ort zu einem wahren Genussstopp. Entspannt geht es dann am Vareler Hafen entlang, bevor die erste Etappe im charmanten Städtchen Varel endet.

Wälder, Moore und blühende Gärten

Die zweite Etappe führt ins grüne Herz des Ammerlandes. In Linswege begeistert der farbenprächtige Rhododendronpark, ehe die Route über Westerstede in die geheimnisvollen Moorlandschaften rund um Bockhorn führt. Dort steht mit der St.-Cosmas-und-Damian-Kirche ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Baukunst – still, kühl und kraftvoll.

Unternehmen aus der Region

Märchenhafte Natur und kuriose Ortsnamen

Im Neuenburger Urwald zeigt sich Friesland von seiner geheimnisvollen Seite: ein rund 50 Hektar großes Naturschutzgebiet, das beinahe verwunschen wirkt.

Vorbei am Neuenburger Schloss, durch Moorseen und Blütenmeere, erreicht man die Blumenstadt Wiesmoor und schließlich Friedeburg. Hier sorgen Ortsschilder mit den Namen „Rußland“ und „Amerika“ für ein Schmunzeln – beliebte Fotomotive und charmante Kuriositäten am Wegesrand.

Ostfriesische Dörfer und ein Hafen voller Geschichte

Über Wallheckenlandschaften geht es weiter nach Wittmund, wo die „Hands of Fame“ und das augenzwinkernde „Ostfriesen-Abitur“ für kleine Entdeckungsmomente sorgen. Entlang der Harle öffnet sich der Weg nach Carolinensiel – ein Bilderbuchhafen mit Seglern, Plattbodenschiffen und echtem Küstenflair.

Nordsee pur

Die fünfte Etappe ist ein Fest für Meeresliebhaber. Über Harlesiel führt die Strecke direkt an der Nordsee entlang – durch das Wangerland, vorbei an Deichen, Schafen und salziger Brise. In Schillig erwartet Radler ein weiter Sandstrand, Dünen und der Blick auf vorbeiziehende Schiffe.

Unternehmen aus der Region

Über Horumersiel und Hooksiel – mit Abstechern zu Hafen und Binnentief – geht es weiter nach Jever, wo Braukultur und Schlossgeschichte eine erfrischende Verbindung eingehen.

Zurück nach Wilhelmshaven

Die letzte Etappe führt durch Schortens und Accum, wo die noch funktionierende Accumer Mühle ihre Flügel im Wind dreht. Jeden dritten Sonntag von April bis Oktober wird sie lebendig – beim Backtag mit frisch gebackenem Brot und duftendem Kaffee.

Weiter geht es Richtung Wilhelmshaven, vorbei an der Burg Kniphausen, durch den Stadtpark und über die imposante Kaiser-Wilhelm-Brücke. Am Bontekai schließt sich der Kreis – mit Blick auf Hafen, Meer und dem Gefühl, Friesland wirklich erfahren zu haben.

Einfach durchatmen

Die Tour de Fries ist keine Rennstrecke, sondern eine Einladung zum Innehalten. Wer Natur, Kultur und Küste verbinden möchte, findet hier eine Radreise, die entschleunigt, inspiriert – und lange nachwirkt. 

Von Lina Lütje