Die Farbe Grün steht für Leben, Natürlichkeit wie auch Neuanfang - und passt damit wunderbar zu einer Hochzeit. Der Trend „Greenery“ setzt dabei genau auf die Verbindung zur Natur und bringt frisches Blattwerk, natürliche Materialien und eine zurückhaltende Farbwelt stilvoll zusammen. Ob romantische Gartenhochzeit oder stilvolle Feier im Innenraum: Der Trend verbindet Natürlichkeit mit einer zeitlosen Eleganz und lässt viel Raum für die persönliche Note.
Im Zeichen der Natur
Wer den Greenery-Stil liebt, holt sich die Natur am besten direkt an den Veranstaltungsort. Besonders stimmig ist eine Hochzeit im Garten, auf einem Gutshof oder in einem Gewächshaus. Doch auch ein Loft, Restaurant oder klassischer Festsaal lässt sich mit den passenden Elementen in eine grüne Oase verwandeln. Holztische, Leinen, Glas und Keramik schaffen dafür eine harmonische Grundlage. Die Farbwelt bleibt dabei ebenfalls bewusst zurückhaltend: Weiß oder Elfenbein bilden die Basis, dazu kommen verschiedene Grüntöne und erdige Nuancen. Creme und dezente Goldakzente verleihen dem Gesamtbild eine elegante Note. Entscheidend ist, dass das Grün sich immer wiederfindet und so zum verbindenden Element des Hochzeitstages wird.
Viel Grün, wenig Schnickschnack
Bei einer Greenery-Hochzeit übernehmen Blätter und Zweige die Hauptrolle. Eukalyptus bringt einen modernen, reduzierten Charakter mit, Olivenzweige sorgen für mediterranes Flair. Farn und Moos schaffen eine romantische Waldstimmung, während Rosmarin oder Lavendel nicht nur hübsch aussehen, sondern zugleich einen angenehmen Duft verbreiten. Efeu wiederum eignet sich besonders gut für Girlanden, Tischdekorationen oder Hochzeitsbögen.
Auch beim Brautstrauß darf es gerne etwas lockerer zugehen. Locker gebundene Sträuße mit reichlich Blattgrün wirken leicht und ungezwungen. Blätterkränze, grüne Schleifen oder einzelne Zweige können weitere Akzente setzen. Selbst Braut und Bräutigam können das Farbkonzept dezent aufgreifen: Florale Stickereien oder grüne Accessoires passen zum Brautlook, während der Bräutigam mit einer grünen Krawatte, Fliege oder einem passenden Einstecktuch einen stilvollen Farbtupfer setzen kann. So zieht sich das Motto wie ein grüner Faden durch den Hochzeitstag - von der Trauung bis zur letzten Runde auf der Tanzfläche.
Die Tafel wird zum Blickfang
Ein besonderes Augenmerk verdient darüber hinaus die Tischdekoration. Bei einer langen Tafel kann sich beispielsweise eine Efeu- oder Eukalyptusgirlande durch die Mitte ziehen. Dazu passen weiße Rosen, einzelne Kerzen und feine Lichterketten. Das Zusammenspiel aus Grün, Weiß und warmem Licht schafft am Abend eine romantische Atmosphäre, ohne überladen zu wirken.
An einzelnen Tischen wiederum kann ein grüner Kranz oder ein Gesteck den Mittelpunkt bilden. Wer es schlichter mag, stellt einzelne Zweige in weiße Vasen oder verwendet kleine Pflanztöpfe als Tischdekoration. Auch Kräuter wie Rosmarin oder Lavendel machen sich hier gut und verleihen der Tafel zusätzlich eine besondere Duftnote. Für den natürlichen Look sind Materialien wie Holz, Glas, Porzellan und Leinen ideal. Sie wirken zeitlos und lassen sich vielseitig miteinander kombinieren. Plastik darf dagegen gerne außen vor bleiben. Dezente, matte Metallic-Elemente - etwa goldene Teelichthalter mit geometrischen Formen - setzen elegante Akzente, ohne den natürlichen Charakter zu überdecken.
Auch über der Festtafel darf es grünen: Hängende Pflanzen, Farn in Blumenampeln oder sogenannte Greenery-Chandeliers - üppig begrünte, von der Decke hängende Dekorationen - machen den Raum zum Hingucker. Efeugirlanden an Wänden und Hochzeitsbögen mit viel Blattwerk runden das Konzept ab.
Nachhaltigkeit, die zum Stil passt
Greenery ist mehr als ein Farbkonzept. Der Trend passt hervorragend zu Paaren, die ihre Hochzeit bewusst und möglichst nachhaltig gestalten möchten. Denn natürliche Materialien, wiederverwendbare Dekoration und regionale Pflanzen fügen sich nicht nur optisch wunderbar in das Konzept ein - sie können gleichzeitig Ressourcen schonen. Statt Einwegdekoration können Elemente verwendet werden, die sich später weiterverwenden lassen. Regionale Blumen und Pflanzen vermeiden lange Transportwege, lokale Dienstleister halten Wege kurz und unterstützen Anbieter aus der eigenen Umgebung. Auch bei der Anreise der Gäste lässt sich überlegen, ob Fahrgemeinschaften oder öffentliche Verkehrsmittel eine Alternative sein können. Nachhaltigkeit kann dabei bis ins kleinste Detail reichen. Für Einladungen, Menü- und Tischkarten eignen sich Recycling- oder Naturpapier. Wer noch mehr Papier sparen möchte, kann Einladungen und Informationen digital verschicken. So lässt sich nicht nur die Umwelt schonen, sondern häufig auch das Hochzeitsbudget entlasten.
Kleine Geschenke, die weiterleben
Die Gastgeschenke dürfen ebenfalls den Gedanken der Greenery-Hochzeit aufgreifen. Kleine Kräuter- oder Grünpflanzen, Sukkulenten oder Mini-Sträuße aus Eukalyptus und Farn sind hübsche Erinnerungen, die noch lange nach dem Hochzeitstag Freude bereiten können.
Ebenso eignen sich Einmachgläser mit regionalem Honig oder hausgemachter Marmelade, kleine Säckchen mit Blumensamen oder Glasröhrchen mit Kräutern. In Jute oder schlichtem Naturpapier verpackt, werden daraus persönliche Gastgeschenke, die ganz ohne Plastik auskommen und gleichzeitig wunderbar zum Stil der Feier passen.
Von Boho bis elegant
Greenery lässt sich zudem auch unterschiedlich kombinieren. Mit Vintage-Möbeln, Spitze und vielen Kerzen entsteht eine romantische Variante. Makramee, Holz und lockere Blumenarrangements verleihen dem Stil eine Boho-Note. Wer es eleganter mag, kombiniert das Grün mit weißem Porzellan, feinen Leinenstoffen und dezenten Goldakzenten.


Bei aller Gestaltungsfreiheit sollte das Grün jedoch stets der rote Faden bleiben. Wenn sich die Farbwelt und die natürlichen Elemente von den Einladungskarten über den Brautstrauß bis zur Tisch- und Raumdekoration ziehen, entsteht ein stimmiges Gesamtbild.
Das macht Greenery so vielseitig: Der Stil kann romantisch, modern, rustikal oder elegant wirken – und bleibt dabei immer eines: eine liebevolle Hommage an die Natur und an den gemeinsamen Anfang eines neuen Lebensabschnitts.
Von Lina Lütje
