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Kornmähen in Aperberg

Pferd mit Flügelmäher. BILDER: Verein für Heimat und Brauchtumspflege Aperberg

Das historische Erntefest zeigt die Entwicklung der Getreideernte vom Sichelschnitt bis zum Mähdrescher. Seltene Dreschgeräte, Oldtimer, Vorführungen und ein Familienprogramm prägen das Traditionsfest.

Die Geschichte der Getreideernte wird am Samstag, 9. August, in Aperberg wieder lebendig. Zum 36. Mal veranstaltet der Verein für Heimat- und Brauchtumspflege Aperberg das historische Kornmähen und lädt Besucher ab 13 Uhr auf das rund zwei Hektar große Veranstaltungsgelände an der Traubenstraße ein. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung gilt als eine der größten ihrer Art in der Region und zeigt eindrucksvoll, wie sich die Getreideernte in den vergangenen zwei Jahrhunderten entwickelt hat. Bei einem Rundgang erleben die Besucher alle Arbeitsschritte – vom Mähen bis zum Dreschen – und erhalten dabei einen authentischen Einblick in die harte Feldarbeit früherer Generationen.

Vom Sichelschnitt bis zum Mähdrescher

Den Auftakt machen Sichel und Sense, mit denen das Getreide einst in mühevoller Handarbeit geerntet wurde. Anschließend demonstrieren die Vereinsmitglieder eine von einem Arbeitspferd gezogene Mähmaschine, für deren Einsatz noch zwei weitere Helfer erforderlich sind. Zu den besonderen Attraktionen zählt ein restaurierter Flügelmäher aus den 1920er Jahren, der heute deutschlandweit nur noch selten in funktionsfähigem Zustand zu sehen ist. In historischen Trachten zeigen die Frauen des Vereins außerdem, wie das Getreide zu Garben gebunden und zu Hocken aufgestellt wurde.

Unternehmen aus der Region

Den technischen Fortschritt veranschaulichen verschiedene Selbstbinder, darunter ein Bautz-Modell aus den 1950er Jahren, das von einem Lanz-Traktor gezogen wird und das Getreide gleichzeitig mäht und bindet. Auch ein Selbstbinder mit Bodenantrieb, der früher von Pferden bewegt wurde, gehört zum Vorführprogramm. Den Übergang zur modernen Erntetechnik markieren historische Mähdrescher, darunter ein selbstfahrender Claas „Columbus“ mit 29 PS sowie ein gezogener Mähdrescher.

Unternehmen aus der Region

Seltene Dreschgeräte in Aktion

Nach der Ernte folgt das Dreschen. Neben dem traditionellen Flegeln präsentieren die Vereinsmitglieder eine besondere Rarität: einen handgefertigten Nachbau einer Dreschwalze aus dem 18. Jahrhundert, die vermutlich die einzige funktionsfähige ihrer Art in Deutschland ist. Ebenso außergewöhnlich ist ein historischer Dreschschlitten mit einer Unterseite aus tausenden Feuersteinen – ein Gerät, das bereits in der Bibel erwähnt wird.

Beeindruckend ist auch die Dreschmaschinensammlung des Vereins. Zwölf voll funktionsfähige Maschinen – vom Spitz- über den Breit- bis hin zum Lohndrescher mit Presse – zeigen die Entwicklung der Dreschtechnik. Angetrieben werden sie von historischen Elektro- und Standmotoren, einem Göpel mit Pferdekraft sowie alten Traktoren.

Oldtimer, Familienprogramm und Scheunenfete

Parallel zum Kornmähen findet eine Trecker-Oldtimer-Show statt. Besitzer historischer Landmaschinen können ihre Fahrzeuge am Veranstaltungstag zwischen 10 und 14 Uhr anmelden und präsentieren.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten. Für Kinder stehen eine Hüpfburg, ein Dampftraktor und weitere Überraschungen bereit. Den Ausklang des Veranstaltungstages bildet ab 21 Uhr die traditionelle Scheunenfete mit DJ Günni.

Mit dem historischen Kornmähen verbindet der Verein seit Jahrzehnten lebendige Heimatgeschichte, technische Zeitzeugen und gelebtes Brauchtum. Die Veranstaltung bietet Besuchern jeden Alters die Möglichkeit, Landwirtschaftsgeschichte nicht nur zu sehen, sondern hautnah zu erleben.

Weitere Informationen gibt es unter www.kornmaehen.de .