Seebestattungen sind in Deutschland nur als Urnenbeisetzung möglich. Voraussetzung ist daher immer die Einäscherung. Die Asche wird in eine wasserlösliche, biologisch abbaubare Seeurne gefüllt und von einem zugelassenen Schiff aus beigesetzt. Zuständig sind grundsätzlich die Bestattungsgesetze der Bundesländer; hinzu kommen wasser- und umweltrechtliche Vorgaben. In der Praxis finden Seebestattungen vor allem in ausgewiesenen Gebieten der Nord- und Ostsee statt. Binnengewässer sind weitgehend ausgeschlossen. Eine wichtige Ausnahme gilt seit 2025 in Rheinland-Pfalz: Dort sind Flussbestattungen in Rhein, Mosel, Saar und Lahn unter besonderen Voraussetzungen möglich.
Warum die Aschepflicht zählt
Die Aschepflicht ist mehr als eine Formalie. Sie sorgt dafür, dass Seebestattungen hygienisch, rechtlich kontrollierbar und umweltverträglich bleiben. Eine Beisetzung von Leichnamen ist in Deutschland bei dieser Bestattungsform nicht vorgesehen. Die wasserlösliche Urne soll absinken und sich im Meer auflösen. Dadurch wird verhindert, dass Bestandteile wieder auftreiben oder als Fremdkörper im Wasser verbleiben. Auch Blumenschmuck ist nur eingeschränkt möglich; Kränze oder Gebinde, die sich nicht abbauen, sind aus Umweltschutzgründen tabu.
Erlaubt sind ausgewiesene Seegebiete

In Deutschland wird die Urne nicht an beliebiger Stelle dem Wasser übergeben. Reedereien fahren festgelegte Beisetzungsgebiete an, meist außerhalb stark genutzter Zonen. Seen, Flüsse und der Bodensee sind in den meisten Bundesländern nicht zugelassen. Wer eine Beisetzung im Ausland plant, muss die dortigen Regeln beachten.
Unterschiede zu Nachbarländern
Die Niederlande sind liberaler. Dort ist das Verstreuen von Asche auf See grundsätzlich möglich; lokale Regeln können zusätzliche Grenzen setzen. Dänemark unterscheidet sich deutlich: Asche darf über offenem Wasser, also über dem Meer oder größeren Fjorden und Buchten, verstreut werden, wenn der Verstorbene dies gewünscht hat. Nicht erlaubt ist dort das Versenken einer Urne mit Asche im Meer; Seen und Landflächen sind ebenfalls ausgeschlossen.
Dokumentation der Koordinaten
Die Position der Beisetzung wird dokumentiert. In Deutschland werden die Koordinaten in der Regel im Logbuch des Schiffes festgehalten; Angehörige erhalten häufig eine Seekarte oder Urkunde mit der Stelle. Die Koordinaten ersetzen kein Grab im klassischen Sinn, schaffen aber einen nachvollziehbaren Erinnerungsort.
