Seit einem halben Jahrhundert ist das St.-Martins-Heim in Zetel ein Ort der Gemeinschaft, Fürsorge und des gelebten Miteinanders. Mit einem Festakt Anfang Juni würdigte das Diakonische Werk Zetel, der Träger des Hauses, die Geschichte der Einrichtung sowie das Engagement der vielen Menschen, die sie geprägt haben. Musikalische Darbietungen, eine Andacht und Grußworte gaben dem Jubiläum einen feierlichen Rahmen, ehe ein abschließender Sektempfang Gelegenheit zu Begegnung, Austausch und einem Rückblick auf die Entwicklung des Hauses bot.
Die Wurzeln des St.-Martins-Heims reichen bis ins Jahr 1958 zurück, als in Bohlenbergerfeld das Altenheim am Fuhrenkamp gegründet wurde. Weil die Räumlichkeiten den Anforderungen der Zeit nicht mehr entsprachen, setzte sich Pastor Reinhold Carels für einen Neubau in Zetel ein. Nach dem Beschluss im Jahr 1970 erfolgten 1975 die Grundsteinlegung und bereits ein Jahr später die feierliche Eröffnung des St.-Martins-Heims. Die Worte von Pastor Carels zur Einweihung prägen den Geist des Hauses bis heute: „Friede den kommenden - Freude den Bleibenden - Segen den Scheidenden.“
„Es ist vorausblickend, was man damals gebaut hat“, sagt Dr. Hans-Martin Peter, 1. Vorsitzender des Diakonischen Werkes Zetel e.V. Tatsächlich wurde das St.-Martins-Heim über die Jahrzehnte kontinuierlich erweitert und an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst. So entstanden 2014/15 ein Erweiterungsbau mit 22 Pflegeplätzen und 2022 ein Appartementhaus mit 18 barrierefreien Wohnungen am Meynens Moor.
Zuhause mit kurzen Wegen
Heute bietet das St.-Martins-Heim 95 stationäre Pflegeplätze sowie moderne Wohn- und Aufenthaltsbereiche. Dabei steht nicht nur die Pflege, sondern auch das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt. Die großzügige Eingangshalle mit Kaminecke, Kunstwerken und den charakteristischen gebrannten Klinkern schafft eine wohnliche Atmosphäre. Persönliche Möbel und Erinnerungsstücke ermöglichen zudem eine individuelle Gestaltung der Zimmer.
Frank Knoll, Geschäftsführer des St.-Martins-Heims, sieht die besondere Stärke der Einrichtung in ihrer Eigenständigkeit. „Wir kochen selber“, erzählt er. In der hauseigenen Zentralküche werden täglich frische Mahlzeiten zubereitet und gelegentlich helfen die Bewohner sogar bei den Vorbereitungen mit. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner der benachbarten Appartementhäuser können das Verpflegungsangebot nutzen.
Darüber hinaus verfügt das Haus über eine eigene Wäscherei. „Und das macht unser Haus auch aus: Wir haben hier alles unter einem Dach“, sagt Frank Knoll. Kurze Wege und vertraute Ansprechpartner tragen dazu bei, dass sich viele Bewohner schnell zuhause fühlen.


„Das Haus hat einfach einen besonderen Charme“, erzählt Frank Knoll. So seien es oft die kleinen Dinge, die den Alltag prägen: der Duft von frischem Kuchen oder Waffeln, ein Lachen auf dem Flur, ein gemeinsames Gespräch im Wintergarten oder ein Musikstück am Flügel.
Soziale Betreuung
Zum St.-Martins-Heim gehört auch ein spezieller Wohnbereich für Menschen mit Demenz. Die Betreuung orientiert sich dabei an den individuellen Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner und verfolgt das Ziel, Selbstständigkeit, Mobilität und soziale Teilhabe möglichst lange zu erhalten.


Damit die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv am Leben teilnehmen können, spielt auch die soziale Betreuung eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit rund 30 Ehrenamtlichen sorgen acht Mitarbeitende für ein abwechslungsreiches Programm mit Kreativangeboten, Bewegung, Spielen und Ausflügen. Beliebt sind zudem regelmäßige Besuche im Café der Begegnung, das von Ehrenamtlichen organisiert wird und Bewohner, Angehörige sowie Gäste zusammenbringt.
Zum lebendigen Miteinander im Haus tragen auch besondere Begegnungen bei. Für Freude sorgen regelmäßige Besuche von Besuchshund Thore, der seit 2024 ins St.-Martins-Heim kommt. Ebenso bereichern die Kinder des Kindergartens Regenbogenfisch mit ihren Besuchen das generationenübergreifende Miteinander. Fester Bestandteil des Hauslebens sind darüber hinaus die Gottesdienste im Andachtsraum, die von vielen Bewohnerinnen und Bewohnern gerne besucht werden.
Doch zum Leben gehören nicht nur gemeinschaftliche Momente und schöne Begegnungen, sondern auch das Abschiednehmen. Im St.-Martins-Heim gibt es einen Aussegnungsraum, der vor einigen Jahren von dem Glasgestalter Werner Koch aus Neuenburg sowie den Zeteler Handwerkern Günter Hinrichs, Albert Hobbie, Gerd Nieland und Günter Oldenettel umfassend renoviert wurde. Hier können Bewohner auf Wunsch würdevoll verabschiedet werden.
So ist das St.-Martins-Heim bis heute nicht nur ein Ort der Pflege, sondern vor allem ein Ort der Gemeinschaft, der Fürsorge und des gelebten Miteinanders.
Das Diakonische Werk
Träger des St.-Martins-Heims ist das Diakonische Werk Zetel e.V., das auf christlichen Werten und Nächstenliebe basiert und sich neben Seniorenpflege auch in Kinderbetreuung und der Vermietung von Seniorenwohnungen engagiert. Leitung und Engagement liegen größtenteils in ehrenamtlicher Hand; der Vorstand besteht aus Dr. Hans-Martin Peter (1. Vorsitzender), Rolf Dietrich (stellv. Vorsitzender), Heinrich Kruse, Dr. Rolf Bruns und Dörte Nieland. 2022 wurde der Betrieb des Heims auf die Diakonische Sankt-Martins-Heim gGmbH unter Geschäftsführer Frank Knoll übertragen. Der 2002 gegründete Förderkreis unterstützt das Heim und den Kindergarten Regenbogenfisch bei Projekten, die nicht durch öffentliche Mittel finanziert werden. Vorsitzender ist Herbert Oltmanns, der für sein 34-jähriges Engagement für das Diakonische Werk Zetel 2019 das Kronenkreuz der Diakonie in Gold erhielt.
