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TÜV Süd: Mähen lassen statt selbst schieben

Für einen gepflegten Rasen stehen verschiedene Mäher-Typen zur Auswahl: Bei der Wahl des passenden Modells spielen neben Gartengröße und -form auch die individuellen Bedürfnisse der Gartenbesitzer eine Rolle. BILD: Pixabay

Hinweise zu Akkulaufzeit, Steigfähigkeit, Sensoren, Kinderschutz, GPS-Navigation, Ersatzteilen und tierfreundlicher Nutzung moderner Gartenhelfer.

Wer die Rasenpflege im eigenen Garten erleichtern möchte, setzt zunehmend auf Mähroboter. Die kleinen, selbstfahrenden Geräte sparen nicht nur Zeit, sondern sorgen bei regelmäßiger Nutzung auch für einen gepflegten und dichten Rasen. Doch bevor ein passendes Modell ins Haus kommt, sollten einige wichtige Aspekte berücksichtigt werden – insbesondere im Hinblick auf Sicherheit und Funktionalität, informiert der TÜV Süd in einer Mitteilung. Produktexpertin Lisa Götz gibt hier hilfreiche Hinweise. Dabei spielt auch das Thema Langlebigkeit eine Rolle.

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Welcher Mähroboter für welchen Garten?

Mähroboter gibt es für nahezu jede Grundstücksgröße, vom kleinen Vorgarten bis zur weitläufigen Rasenfläche. Entscheidend sind drei Faktoren: maximale Flächenleistung, Steigfähigkeit und Akkulaufzeit. „Besonders wichtig ist, dass die Mähleistung zum Garten passt“, betont Lisa Götz vom TÜV Süd. Wer einen Garten mit Hanglage hat, sollte auf die Steigfähigkeit und profilierte Räder achten. Für große Rasenflächen empfiehlt sich ein Gerät mit entsprechend langer Akkulaufzeit.

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Da Mähroboter aus Sicherheitsgründen einen Abstand zum Rand einhalten, bleibt am Rand – etwa an Mauern oder Beeten – oft ein schmaler Streifen ungemäht. Dieser kann entweder als

Rückzugsorte für Insekten stehen gelassen, händisch nachgemäht oder mit speziellen Begrenzungssteinen behandelt werden.

Sicherheit als oberste Priorität

Die Sicherheitsfunktionen sind besonders wichtig, da Mähroboter mit scharfen Messern arbeiten. Laut Expertin sollten Modelle mit Hebe- und Neigungssensoren gewählt werden – diese sorgen dafür, dass die Messer sofort stoppen, wenn das Gerät angehoben oder gekippt wird. Auch eine Umrandung des Mähwerks sowie ein ausreichend großer Abstand zwischen Messern und Gehäuserand erhöhen den Schutz. Es gibt auch Modelle, die zusätzliche Sicherheitsfunktionen bieten wie Hinderniserkennung durch Ultraschall oder Kontaktsensoren sowie einen Not-Aus-Schalter. Vor unbefugter Nutzung schützen PIN-Code-Sperren oder eine App-gesteuerte Zugriffskontrolle.

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Ein besonderer Tipp: Wer kleine Kinder oder Haustiere im Garten hat, sollte nur dann mähen lassen, wenn sich niemand auf der Fläche befindet. Die sogenannte „Kinderfußprüfung" – ein Test, bei dem geprüft wird, wie schnell das Gerät bei Kontakt mit einem Kinderfuß reagiert – ist ein wichtiges Prüfkriterium. Prüfzeichen wie die vom TÜV Süd geben hier Orientierung. Mähroboter sollten zudem nicht nachts oder in der Dämmerung fahren, da zu diesen Zeiten Igel und andere Tiere aktiv sind. Besonders kleine Igel rollen sich bei Gefahr zusammen und werden vom Roboter nicht immer als Hindernis erkannt.

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Installation und Wartung

Moderne Mähroboter navigieren per GPS und müssen vor dem ersten Mähen mit dem Handy oder einer Fernsteuerung entlang der Gartengrenzen geführt werden. Die GPS-Daten werden gespeichert, sodass das Gerät innerhalb dieser Begrenzung arbeitet. Die Ladestation sollte an einem Ort mit guter WLAN-Verbindung stehen, denn bei einer GPS-Nutzung benötigen die Geräte die Verbindung zum Router. Alternativ gibt es Modelle mit Begrenzungsdraht, die einen höheren Installationsaufwand verursachen, aber unabhängig von WLAN und GPS funktionieren. Die Mähzeiten lassen sich programmieren – ob täglich, wöchentlich oder nach individuellem Rhythmus. Zudem gibt es Modelle, die über einen Regensensor verfügen oder auch auf Live-Wetterdaten zurückgreifen können, damit die Mähroboter nicht im Regen über den feuchten Rasen fahren.

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Zur Wartung empfiehlt der TÜV Süd die regelmäßige Kontrolle der Messer, Räder und Sensoren und das Entfernen von Grasresten. Auch die Reinigung steht regelmäßig an, da die Messer klein und feingliedrig sind und mehrmals pro Saison ausgetauscht werden sollten. Im Sinne der Nachhaltigkeit gilt: Ersatzteile und Akkus sollten einfach erhältlich und austauschbar sein.

Sicherheit erkennen - auf Prüfzeichen achten

Beim Kauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auf Prüfzeichen wie das GS-Zeichen oder das blaue TÜV-Süd-Oktagon achten. Diese garantieren geprüfte Sicherheit und transparente Qualitätsstandards. „Wir prüfen Mähroboter neben der Sicherheit für Kinder unter anderem auf elektrische Sicherheit, mechanische Stabilität, Schutz gegen Schnittverletzungen und Witterungsbeständigkeit“, sagt Expertin Götz. Auch die Gebrauchsanleitung werde bewertet: Denn sie müsse verständlich sein, um Fehler und Risiken bei der Installation und Nutzung zu vermeiden.