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nordwest-zeitung

Friesländische HSG Varel befindet sich sportlich im Soll

Ein Aktivposten auf der Linksaußenposition beim Handball-Drittligisten HSG Varel: Jan Derk Janßen (mit Ball). Bild: Volkhard Patten

Handball-Drittliga-Aufsteiger: Starker Jahresstart, Tabellenplatz neun mit 13:19 Punkten – steigende Zuschauerzahlen, volle Sporthalle und stabile Entwicklung

Varel - „Die Hinrunde ist gut gelaufen. Elf Punkte sind relativ gut. Es gibt aber noch Raum für Verbesserungen“, sagt Christoph Deters, Geschäftsführer Sport Anker Sportmanagement und Sportlicher Leiter, über die bisherige Bilanz von Drittliga-Aufsteiger HSG Varel. Mit derzeit 11:19-Punkten rangiert die Mannschaft von Trainer Arek Blacha nach 15 von 30 Spielen auf dem elften Tabellenplatz. Mit etwas mehr Fortüne in den Auswärtsspielen bei der TSG A-H Bielefeld (28:29) und beim Team HandbALL Lippe II (28:28) hätten es durchaus zwei Punkte mehr sein können. Nach dem 26:25-Sieg beim VfL Fredenbeck am vergangenen Samstag ist die HSG jetzt Neunter.

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Mit dem 30:23-Erfolg letzten Spiel des abgelaufenen Jahres gegen den TV Bissendorf-Holte gelang den Varelern der lang ersehnte erste Heimsieg in der Manfred-Schmidt-Sporthalle in Altjührden. An die starke Leistung des Bissingen-Spiels wollen die Vareler auch in der Heimpartie an diesem Samstag um 19.30 Uhr gegen die TSG A-H Bielefeld anknüpfen. In diesem Spiel feiert Louis Kamp sein Comeback vor heimischer Kulisse. Der Mittelmann wurde in der Winterpause reaktiviert und soll nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Fynn Menne jetzt HSG-Spielmacher Mohamad Sibahi unterstützen.

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Mit durchschnittlich über 800 Zuschauern pro Heimspiel und bereits vier ausverkauften Partien in eigener Halle ist Frederik Stahmer, Geschäftsführer Anker Sportmanagement Marketing und Vertrieb, mehr als zufrieden. „Es ist schön zu sehen, dass das Interesse bei den Fans nach der Meisterschaft in der Regionalliga und dem Aufstieg noch einmal gestiegen ist“, sagt Stahmer. So war das Heimspiel gegen den Wilhelmshavener HV, das für den 18. April terminiert ist, bereits vor dem Saisonstart im August des vergangenen Jahres ausverkauft. Für das Heimderby gegen den OHV Aurich hätte man locker 500 bis 1000 Tickets mehr verkaufen können.

Feierten mit dem 30:23 gegen den TV Bissendorf-Holte den ersten Heimsieg der Saison: Die Spieler der HSG Varel. Bild: Volkhard Patten
Feierten mit dem 30:23 gegen den TV Bissendorf-Holte den ersten Heimsieg der Saison: Die Spieler der HSG Varel. Bild: Volkhard Patten
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Aus wirtschaftlicher Sicht müsse man deshalb offen sein für neue Wege, sagt Deters. So stelle sich beispielsweise die Frage, ob man in der nächsten Saison für zwei Spiele nach Oldenburg gehe. „Wir werden die Manfred-Schmidt-Sporthalle als unsere DNA nie vergessen“, betont Deters. Obwohl 20 Sponsoren gekündigt hätten, müssten sich die HSG-Fans keine Sorge um den Spielbetrieb in der 3. Liga machen. „Wir geben alles dafür, dass Varel der Handballstandort bleibt“, sagt Stahmer. Mindestlohnerhöhungen, steigende Kosten im Spielbetrieb oder auch die gesamtwirtschaftliche Lage würden den Verein aber vor große

Ist derzeit mit 78 Treffern der torgefährlichste Angreifer des Handball-Drittligisten HSG Varel: Joel Hoppe (mit Ball). Bild: Piet Meyer
Ist derzeit mit 78 Treffern der torgefährlichste Angreifer des Handball-Drittligisten HSG Varel: Joel Hoppe (mit Ball). Bild: Piet Meyer

Aufgaben stellen. „Varel hat nicht so eine große Wirtschaftskraft wie zum Beispiel Hamm oder Emsdetten“, sagt Deters. Man brauche aber neue Partner, um zukünftig nicht immer gegen den Abstieg spielen zu müssen.

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Auch sportlich gesehen blicken die HSG-Verantwortlichen nach vorne. „Wir sind mit dem derzeitigen Kader ganz zufrieden, schauen uns aber um und sind mit externen Beratern im Gespräch“, sagt Deters zu den Planungen für die Saison 2026/2027. Mit dem Aufstieg in die 3. Liga habe die HSG auch Wirkung auf andere Spieler. So habe die Verpflichtung von Joel Hoppe (TV Schiffdorf) beispielsweise nach jahrelangen Bemühungen geklappt. Der Rückraumshooter zählt in der Staffel Nord-West zu den gefährlichsten Angreifern. Mit derzeit 78 Treffern liegt Hoppe auf dem 14. Platz der Torjägerliste.

Von Friedhelm Müller-Düring