Es ist geschafft! Die von vielen Wilhelmshavenern und auch Buten-Wilhelmshavenern mit großem Interesse verfolgten Bauarbeiten an dem historischen Gründerzeithaus an der Weserstraße 104/106 sind abgeschlossen. „Bis auf kleine Detailarbeiten“, sagt Architekt Frank Sandhorst aus Wilhelmshaven. Lange fristete das 1911 erbaute Mehrfamilienhaus, das beide Weltkriege relativ schadlos überstanden hat, ein Schattendasein und war inzwischen stark renovierungsbedürftig.
Die Vision der neuen Eigentümer, des Ehepaars Rautenberg, war es, Altes zu erhalten und mit moderner Technik und hohem Komfort zu verbinden. Die Öffnung des Gebäudes nach Süden mit großen Fenstern und Balkonen sollte ganz neue, zum Teil spektakuläre Perspektiven für die Bewohner schaffen. „Wir haben 2021 mit den Planungen begonnen. Die Baugenehmigung erfolgte am 14. September 2022“, berichtet Frank Sandhorst weiter. „Das Haus war immer ein Wohnhaus und sollte es auch bleiben.“
Auf insgesamt 4000 Quadratmetern Wohnfläche entstanden 35 unterschiedlich große, hochwertige Wohnungen von 42 bis 170 Quadratmetern Größe. Bereits alle vermietet, bis auf eine kleine, 42 Quadratemeter-Wohnung im Parterre.
Besondere Herausforderungen für Bauunternehmer
„Dieses Objekt sticht auch aus unseren sonstigen Bauaufträgen heraus“, sagt Andreas Klatt von der für den Rohbau zuständigen Baufirma Edgar Klatt. „Wir sind ja auf das Bauen im Bestand spezialisiert, aber dieses Objekt war schon etwas Besonderes. Teilweise standen wirklich nur noch die Außenwände und man konnte von der fünften Etage bis ins Erdgeschoss durchgucken.“


Das ganze Gebäude wurde im wahrsten Sinne des Wortes kernsaniert und teilaufgestockt um eine sechste Etage. Vor die Gebäuderückseite sind Balkone gebaut worden, von den oberen Stockwerken hat man so einen schönen Blick auf den Jadebusen. Die gesamte Baumaßnahme wurde mit Mitteln aus der kommunalen Städtebauförderung für das Sanierungsgebiet Südstadt gefördert.
Aufwändig sanierte, komfortable Wohnungen
Die beiden ebenerdigen Hauseingänge mit je einem Fahrstuhl sorgen dafür, dass das gesamte Haus komplett barrierefrei zugänglich ist. Gleiches gilt für die aufwändig sanierten Wohnungen, die alle schwellen- und stufenlos sind.
Alle Wohnungen sind komplett fußbodenbeheizt, haben Einbauküchen und großzügige Bäder, die größeren Wohnungen auch zwei Bäder. Große Fenster lassen viel Tageslicht herein. Selbstredend sind alle Wohnungen energetisch auf dem neuesten Stand und auch Schallschutz und Brandschutz entsprechen den gesetzlichen Vorgaben. Alle Gewerke, fast alles regionale Firmen, haben eng kooperiert und vor allem in den Hauseingängen und Treppenhäusern für eine eng an die elegante Gründerzeit angelehnte Gestaltung des Gebäudes gesorgt.
So wurde zum Beispiel die originale Holztreppe samt Handläufen restauriert. Die Fußböden sind stilecht gefliest und auch viele Details an der Fassade wurden erhalten. Das Steinrelief mit den Daten des ursprünglichen Hausbaus wurde um ein weiteres Relief ergänzt. Dieses enthält, etwas verschlüsselt, aktuelle Informationen zum - man möchte fast sagen Neubau - sowie einen Gruß an die Bewohner und Betrachter des Hauses.
Zusätzlich wird aktuell das angrenzende Gebäude an der Deichstraße saniert, auch hier sind die Bauherren das Ehepaar Rautenberg und Architekt Frank Sandhorst sowie das Bauunternehmen Edgar Klatt für die Sanierungsarbeiten verantwortlich. Von der Deichstraße erfolgt dann auch die Zufahrt auf die hauseigenen Parkplätze im Innenhof.
